ivg.Produktzertifikate

IVG und BASt entwickeln Zertifizierungsverfahren nach ZTV E-St

Seit 2002 war die CE-Kennzeichnung von Geokunststoffen in Deutschland vorgeschrieben, allerdings wurden die Produktkennwerte vom Hersteller selbst festgestellt, ohne dass ein unabhängiges Institut diese Werte überprüfen musste. Die überarbeiteten Richtlinien der ZTV E-StB fordern nun vom Auftragnehmer, dass er Eignungsprüfungen, Eigenüberwachungsprüfungen und Baustoffeingangsprüfungen (BEP) von einem unabhängigen Institut vornehmen läßt. Eine Öffnungsklausel erlaubt Herstellern und Händlern den Nachweis einer anerkannten Überwachung (fÜ) zu erbringen, die die spätere Baustoffeingangsprüfung durch den Auftragnehmer überflüssig macht.

Der Industrieverband Geokunststoffe und die BASt haben Richtlinien für die Prüfung und Zertifizierung von Geotextilien, geotextilverwandten Produkten und Dichtungsbahnen, die nach dem europäischen Konformitätsnachweisverfahren System 2+ zugelassen sind, entwickelt. Die Firmen und Verbände, die diese Richtlinien anerkennen, verpflichten sich die Richtlinien einzuhalten und in einem standardisierten Zertifizierungsverfahren überprüfen zu lassen.

Nach welchen Kriterien erfolgt die Zertifizierung?

Mit der Erstinspektion, die auf der europäischen Norm (Anhang ZA) gründet, läuft das Zertifizierungs­system der werkseigenen Produktionskontrolle und Probenahme aller Standardprodukte an. Alle Eigenschaften der Geokunststoffe, die der Hersteller in seiner Dokumentation zur werkseigenen Produktionskontrolle aufführt und für die er Eigenschaftskennwerte angibt, werden dabei geprüft. Die laufende Überwachung wird halbjährlich an Hand der produktspezifischen Anwendungsnormen, die den Umfang und die zu prüfenden Eigenschaften definieren, durchgeführt. Die zugelassene Prüfstelle nimmt in der Regel nach statistischen Grundsätzen und unangekündigt im Werk die Proben aus der Fertigung, die zur Auslieferung bestimmt sind. Die Materialprüfung erfolgt dann in eigens dafür akkreditierten Prüflaboratorien.

Nur Produkte, die diese freiwillige Überwachung durchlaufen und die hohen qualitativen Anforderungen erfüllen, erhalten am Ende das ivg.Produktzertifikat dürfen das ivg.Produktqualitätszeichen „Güteüberwachung Geokunststoffe“ tragen. Dieses Verfahren gilt als Nachweis einer gleichwertigen freiwilligen Überwachung nach ZTV-E-StB und macht die Baustoffeingangsprüfung (BEP) überflüssig.

Ab April 2010 werden die ersten Produkte zertifiziert und in der „Zertifikate Übersicht“ aufgelistet.

Der (un)schätzbare Vorteil für den Kunden

Die Einhaltung der im Produktdatenblatt angegebenen Eigenschaften wird garantiert, das heißt: die Baustoffeingangsprüfung (BEP) entfällt. Der Bauablauf wird nicht durch die Baustoffeingangsprüfung behindert. Der finanzielle und zeitliche Prüfaufwand werden erheblich reduziert.